Die Erlösung von der Rache Gottes

Mit freundlicher Genemigung aus dem Magazin KGS Berlin Körper Geist Seele
Beitragsreihe 2019 von Andreas Krüger Homöopathisches Heilmittel: Kalium bromatum

H. Schäfer: Es ist Frühling – die schönste Zeit, um Freude am Leben zu empfinden. Warum fällt das vielen Menschen so schwer?
Andreas Krüger: Das ist ja ein zentrales Thema meiner Arbeit: Warum Menschen die Ressourcen und Möglichkeiten, die sie in dieses Leben mitgebracht haben, nicht manifestieren können. Seitdem ich heilerisch tätig bin, versuche ich herauszufinden, warum jemand nicht einfach so lebt, wie er gemeint

ist, sondern bis zu 90 % seiner Vitalenergie unterdrückt. Diese Unterdrückung bezahlen viele mit Depressionen oder Krankheiten. In der letzten Zeit bin ich mit meinen Forschungen wieder ein paar Schritte weiter gekommen, weil ich in der Homöopathie Handwerkszeuge fand, mit denen ich diese lebensverhindernden Wahnideen auflösen und aus dem System entfernen konnte.

Was sind das für lebensverhindernde Ideen?
Dazu möchte ich eine Geschichte erzählen, die schon lange her ist und die mich damals sehr erschütterte. Anfang der 80iger Jahre eröffnete ich meine Praxis und hatte sehr schnell mit Patienten zu tun, die an Aids erkrankt waren. Einer meiner ersten Patienten war mein Lieblingscousin – ein toller, kraftvoller, erfolgreicher Mann und einer der ersten an Aids erkrankten und dann auch an Aids gestorbenen Menschen hier in Berlin. Dadurch habe ich mich viel mit dieser Krankheit beschäftigt und ich muss sagen, es war das größte Scheitern meines Lebens, weil ich nicht helfen konnte. Es ist eine der wenigen Situationen, wo ich vor der Schulmedizin den Hut ziehe, weil durch Medikamentengabe viele Menschen weiterleben konnten – bis heute. Ich bin damals von einem Kongress zum anderen gerannt, habe eine Theorie nach der anderen probiert, aber nichts war erfolgreich.
Auffällig und für mich unerklärlich war, dass meine homosexuellen Klienten alle absolut emanzipierte Männer waren, die ihre Homosexualität offen lebten, ein erfolgreiches Leben führten und wenig Unterdrückung erfahren hatten – auch wenn sie den Paragrafen, der Homosexualität unter Strafe stellte, noch erlebt hatten. Was mich damals erschütterte, war ein Satz, den diese Menschen – nachdem sie von 110 Kilo pulsierender Lebenskraft mit nur noch 45 Kilo kurz vor dem Tod standen – äußerten. Sie sagten, dass ihre Krankheit eine Gottesstrafe sei. Tief in ihnen hatten sie das Gefühl, dass ihr Leben nicht in Ordnung war, sondern sündig. Ich verstand damals nicht, wie diese gestandenen Männer auf so eine Überzeugung kommen konnten. Später erklärten mir Psychoanalytiker, dass man noch so emanzipiert sein kann, aber seit 5.000 Jahren werden Schwule gesteinigt, lustvolle Frauen verbrannt und Freiheitsverfechter gekreuzigt. 5.000 Jahre gehen nicht spurlos an einem System vorbei, sondern infiltrieren es bis in die kleinste Zelle. Noch heute haben Menschen – und besonders wenn sie aus einem biografischen Kontext kommen, der auch real in diesem Leben die moralische Ebene füttert – diesen Chip in sich drin: Was richtig und was falsch ist, was der liebe Gott gut findet und was er bestraft. Später begegnete ich auch Menschen mit anderen Krankheiten, die ihre Erkrankung als eine Gottesstrafe oder eine Rache Gottes empfanden, weil sie gegen seine Gesetze verstoßen hatten. In all den Jahren fand ich verschiedene Wege – psychotherapeutische, schamanische, systemische und auch homöopathische – um diese Chips zu eliminieren.

Was ist das wichtigste homöopathische Mittel?
Das wichtigste und wenig bekannte Mittel ist Kalium bromatum. Ich will von zwei aktuellen Fällen aus meiner Praxis berichten. Eine Frau mit Fehlbildungen des Gebärmuttermundes, die man mit dem Pap-Test zur Krebsfrüherkennung feststellen kann, kam zu mir. Sie hatte schon eine Einweisung zur Konisation, bei der operativ Gewebe vom Gebärmutterhals entfernt werden sollten, weil der Verdacht auf eine Vorstufe von Krebs bestand. Als ich sie nach ihrem Leben befragte, erzählte sie, dass es ihr gut ginge. Sie führte ein schönes, erfolgreiches und auch lustvolles Leben und verstünde überhaupt nicht, warum sie dieses Krankheitsbild hatte. Bei der biografischen Anamnese kam heraus, dass ihre Familie einer religiösen Gemeinschaft angehört, bei der Sex vor der Ehe verboten ist, und wenn Sex in der Ehe praktiziert wird, dann nur zum Zwecke der Reproduktion, denn Lust – vor allem bei Frauen – ist per se teuflisch. Sie hatte sich aber ganz klar sowohl von der Familie als auch von der Gemeinschaft getrennt. Ihre Vorstufe des Gebärmutterhalskrebses machte mich hellhörig, denn wir alle haben auch ohne solche realen Familienhintergründe Programmierungen aus langjährigen patriarchalen Strukturen. Ich fragte sie, ob sie für eine kleine Gestaltübung bereit wäre. In der Gestalttherapie gibt es den sogenannten „heißen Sitz“, wo man an zwei verschiedenen Sitzplätzen abwechselnd einmal sich selbst und auf der anderen Seite das Problem hinsetzt. Sie willigte ein, setzte sich auf die Couch und fragte ihre Gebärmutter, warum sie diese Entartung hatte. Dann wechselte sie den Sitzplatz, setzte sich gegenüber auf einen Stuhl und nahm die Rolle der Gebärmutter ein. Und ihre Gebärmutter sagte: „Es ist alles Sünde und das muss bestraft werden!“ Wir waren beide sprachlos. Nach der Sitzung habe ich einen Tester eingeschaltet, weil diese Frau so lebensbejahend auf mich wirkte. Er bestätigte, dass sie – trotz aller Befreiung – den Glaubenssatz hatte: „Das, was ich tue, ist eine Todsünde.“ Ich gab ihr Kalium bromatum und dann passierte etwas Ungewöhnliches: In einem Traum hatte sie Sex mit Jesus. Es war wunderschön und anschließend sagte er zu ihr, dass es Quatsch ist, dass lustvoller Sex eine Sünde sei.

Haben Sie ihr auch noch andere Mittel gegeben?
Ich gab ihr von Hildegard von Bingen Zäpfchen aus Veilchensalbe, weil sie nach Hildegard von Bingen optimal sind, um einen Krebs der Haut zu heilen. Und ich gab ihr auch von Hildegard von Bingen das Wasserlinsenelixier, das eine Säuberung des Gesamtorganismus durchführt. Außergewöhnlich bei dieser Patientin war der Traum nach der Einnahme von Kalium bromatum, wonach sie spürte, dass auf einer tiefen, zellulären Ebene endlich dieses Alte von ihr genommen wurde. Ich habe es noch einmal radionisch nachtesten lassen und es kam heraus, dass es Kalium bromatum gebraucht hat, um diesen Sündenchip – die Rubrik heißt wörtlich „steht unter Gottes Rache“ – zu löschen.

Und der zweite Fall?
Ein katholischer Priester hatte während seiner Priesterschaft ein erotisches Verhältnis zu einer Mitarbeiterin aus seinem kirchlichen Bereich und erkrankte während dieser Zeit an Prostatakrebs. Es war eine schöne, bereichernde Beziehung und er dachte, er hätte mit den kirchlichen Vorgaben der Enthaltsamkeit nichts zu tun. Aber trotz schöner Sexualität entwickelte er das Prostatakarzinom. Auch ihn ließ ich kinesiologisch testen und wieder kam heraus, dass es in ihm ein Gefühl gab, dass das, was er tut, sündig ist und von Gott bestraft gehört. Auch hier verordnete ich Kalium bromatum, habe mit ihm gestalttherapeutisch an diesen Glaubenssätzen gearbeitet und ihn noch mit anderen stärkenden, physiotherapeutischen Medikamenten behandelt. Das Ergebnis war, dass er nicht operiert werden musste, weil sich der Tumor zurückgebildet hatte. Die kinesiologische Nachtestung ergab, dass auch die Wahnidee, dass er unter der Rache Gottes stehen würde, gelöst war. Danach ist er aus dem Priesterberuf ausgeschieden, bekannte sich offiziell zu der Beziehung mit dieser Frau und arbeitet heute als Psychotherapeut.

Fazit?
Da das Mittel nicht sehr bekannt ist, arbeiten wir manchmal an den verschiedensten oberflächlichen Themen, aber eigentlich müssen wir erkennen, dass wir eine von 5.000 Jahren Patriarchat und Kirche verstümmelte Seele haben und dass die Glaubenssätze aus dieser Zeit in uns wirken – auch wenn wir in diesem Leben als Hippie oder Feministin unterwegs sind.

Andreas Krüger ist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanische Heilkunst. Mehr über ihn unter: http://www.andreaskruegerberlin.de

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